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Institut für Geologie

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Geologiestudium

Studienführer des Faches Erdwissenschaften
an den Universitäten Bern, Neuchâtel und Fribourg

Dieser Führer will den Aufbau des Studiums erläutern, das zum gemeinsamen Abschluss der drei Partneruniversitäten führt und soll die geltenden Studienreglemente ergänzen. Die ins 1. Semester eintretenden Studierenden finden hiermit eine Anleitung, welche die Möglichkeiten und Bedingungen zur Gestaltung ihrer Studienpläne und zur Ablegung der erforderlichen Prüfungen aufzeigt.
Die Anhänge I (Bachelor), II (Minor), III (Master) und
IV
(Minor) erhalten eine Liste der Lehrveranstaltungen, welche eine zeitlich sinnvolle Abfolge der Belegung der Lehrveranstaltungen ermöglichen und die Wahlmöglichkeiten aufzeigen.

EINLEITUNG

1. Naturwissenschaftliches Studium heute

Das Bild der Berufe, welche ein naturwissenschaftliches Studium verlangen, verändert sich derzeit rasch und grundlegend. Lernfähigkeit auf der Basis von gut verstandenen Grundlagen ist somit das vordringlichste Ziel eines naturwissenschaftlichen Studiums.
Ohne die an den Universitäten prinzipiell gewährleistete Lernfreiheit zu beschneiden, bedingt die notwendige Beschränkung der Studienzeit auf ein Minimum eine wohldurchdachte Strukturierung des Studiums. Eine solche wird mit dem im Fach Erdwissenschaften geltenden Studienplan angestrebt.

2. Erdwissenschaftliche Perspektiven

Die Möglichkeiten beruflicher Arbeit und Entwicklung umfassen für Erdwissenschafterinnen bzw. Erdwissenschafter ein sehr breites Spektrum. Dieses reicht von den klassischen Gebieten der Exploration, Gewinnung und Verwertung von Rohstoffen (Oel, Gas, Erz, Wasser, Gesteine, Kies u.a.) in aller Welt, über die Bau- und Ingenieurgeologie, die Synthese und Cha-rakterisierung von mineralischen Werkstoffen bis hin zu Projekten der Entsorgung chemischer und radioaktiver Abfälle.
Zunehmend wichtig ist für viele Erdwissenschafterinnen bzw. Erdwissenschafter die Teamarbeit mit anderen Spezialistinnen bzw. Spezialisten, wobei nebst fachlicher Kompetenz und Flexibilität nicht selten gerade von Geologinnen bzw. Geologen ein Blick für grosse Zusammenhänge erwartet wird.
Die Dynamik des Arbeitsmarktes - egal ob man in Industrie, Forschung, Lehre oder Administration und Verwaltung als Erdwissenschafterinnen bzw. Erdwissenschafter arbeitet - verlangt in zunehmendem Mass die Fähigkeit, sich immer wieder in neue Probleme und Methoden einzuarbeiten. Unser Ziel muss es daher sein, die Lernfähigkeit so zu entwickeln, dass wir rasch in neuer Umgebung produktiv sein können.
Es versteht sich von selbst, dass ein Studium in diesem Prozess nur einen Anfang darstellen und ihn nicht abschliessen kann. Für viele Karrieren sind, auch nach einem Doktorat, immer wieder Kurse notwendig, welche zum Teil von der Universität und zum Teil direkt von der Industrie angeboten werden.

3. Fachgebiete

Die Erdwissenschaften befassen sich mit dem Bau und der Geschichte der Erde. Im Zentrum stehen die geologischen Prozesse, die im Erdinnern und auf der Erdoberfläche ablaufen, sowie deren Zusammenspiel. Sedimentologie und Quartärgeologie behandeln insbesondere die oberflächennahen Prozesse. Die Tektonik untersucht den tieferen Aufbau der Erdrinde und deren Bewegungen. Die Entwicklung der Lebewesen ist das Untersuchungsgebiet der Paläontologie. Die Mineralogie-Petrologie geht auf Struktur, Entstehung und Vorkommen der Mineralien und Gesteine ein. Andererseits wird versucht, diese Prozesse in den Gesteinen zu erkennen und somit den Werdegang unseres Planeten zu verstehen. Die Umwelt-Geochemie untersucht die Wechselwirkung zwischen Gesteinen, Wässern und menschlichen Aktivitäten. Neben dieser historischen Denkweise greifen die Erdwissenschaften als moderne Naturwissenschaf-t immer stärker auf die Physik und Che-mie sowie auf mathematische und zum Teil auf statistische Modelle zurück. Dazu wird der Einsatz der Informatik immer wichtiger.

 

DIE EINZELNEN STUDIENABSCHNITTE

1. Bachelor in Erdwissenschaften (BSc in Earth Sciences)

Das Bachelorstudium dauert 3 Jahre, bzw. 6 Semester. Die zu besuchenden Lehrveranstaltungen sind in Modulen zusammengefasst. Die Module umfassen insgesamt 180 Kreditpunkte (je 60 pro Jahr).

Im ersten Studienjahr sind zwei Module abzulegen (die Ziffern in Klammer entsprechen den ECTS-Punkten): das Modul Erdwissenschaften-Kristallographie (18) und das propädeutische Modul I (42), bestehend aus den Leistungseinheiten Mathematik mit Statistik und Informatik (15), Chemie (12) und Physik (15).

Im zweiten und dritten Studienjahr sind folgende Module abzulegen:

Die Modulgruppe Erdwissenschaften (insgesamt 90) (Entstehung der Gesteine (ca. 21), Oberflächenprozesse und –produkte (ca. 12), Bau der Erde (ca. 17), Entwicklung der Erde (ca. 12), Angewandte Geologie (ca. 9), Mikroskopie (ca. 8) und Geländekurse (ca. 11).

Das propädeutische Modul II, bestehend aus dem Teilmodul Biologie (5) oder einem Vertiefungsmodul in Mathematik, Physik oder Chemie (5).

Das Wahlmodul (10) bestehend aus Lehrveranstaltungen freier Wah (zB Geografie, Betriebswissenschaft, Rechtswissenschaft, Philosophie, etc.).

Das Modul System Erde (5) und

die Bachelor-Arbeit (10).

Jede Leistungseinheit wird mit einer Leistungskontrolle abgeschlossen.

Die Noten der Module werden aus dem gemäss ECTS gewichteten arithmetischen Mittel der Noten der betreffenden Leistungskontrollen berechnet. Jedes Modul gilt dann als abgeschlossen, wenn dieses Mittel ungerundet mindestens 4.0 ist.

Das Gesamtprädikat des Bachelor-Abschlusses ist das gemäss ECTS gewichtete gerundete Mittel der sieben benoteten Module der Modulgruppe Erdwissenschaften, der Noten des Moduls System Erde und der Note der Bachelorarbeit.

 

2. Master in Erdwissenschaften (MSc in Earth Sciences)

Das Masterstudium dauert 2 Jahre, bzw. 4 Semester (120 EC).

Das Masterstudium besteht aus folgenden Teilen:

a
Pflichtmodul "Dynamic Earth", bestehend aus den drei Lerneinheiten Internal Earth Processes (Petrology, Geochemistry of Global Dynamics, Geodynamics of Mountain Chains & Basins), Earth Surface Processes and Evolution (Subareal Processes, Shelf & Deep Sea Processes, Evolution and Global Change), Soft skills (Seminar talks/Project management, etc.), insgesamt 17 ECTS-Punkte.

b
ein Wahlpflichtpensum von Lerneinheiten des gewählten Schwerpunktes.

c
ein Wahlpensum von Lerneinheiten aus den Gebieten Internal Earth Processes, Earth Surface Processes, Evolution and Global Change, Field Courses, Analytical Methods & Modelling, Applied Geoscheinces and Material Science.

Die Module b und c umfassen insgesamt 43 ECTS-Punkte.

Die Lehrveranstaltungen des Masterstudiums sind im Rahmen der BENEFRI-Fachkonvention eng koordiniert. Dies bedeutet, dass gewisse Lehrveranstaltungen an einer bestimmten Partneruniversität besucht werden müssen (beispielsweise Quartärgeologie in Bern, Hydrogeologie in Neuchâtel und Paläontologie in Fribourg). Andere Lehrveranstaltungen werden abwechselnd an einer oder gemeinsam an zwei Partneruniversitäten angeboten. Die Lehrveranstaltungen werden je nach Bedarf in deutscher, englischer oder französischer Sprache gehalten.

d
Die Masterarbeit umfasst insgesamt 60 EC, erstreckt sich aber über 4 Semester. Das 4. Semester ist der Masterarbeit gewidmet. Die Masterarbeit beinhalt ein kleines Forschungsprojekt (kann in ein grösseres Projekt eingebunden sein) und ist eine Einführung in wissenschaftliches Arbeiten.

Das Masterstudium kann mit einer Spezialisierung abgeschlossen werden. Es werden vier Richtungen angeboten:

  1. Geology / Geologie:
    Diese Richtung deckt ein breites Spektrum ab, erlaubt aber eine punktuelle Vertiefung.
  2. Pure & Applied Quaternary Sciences / Angewandte und Allgemeine Quartärgeologie:
    In dieser Richtung werden geotechnische und ingenieurgeologische Aspekte vertieft.
  3. Environmental & Resource Geochemistry / Umwelt- und Rohstoff-Geochemie:
    Dieser Master führt zu einer Spezialisierung in Gestein-Wasser-Interaktion, vor allem im Bereich Grundwasser, Deponie und Lagerstätten.
  4. Earth Materials / Earth Materials
    Die Spezialisierung stellt Mineralien und ihre Derivate ins Zentrum, namentlich deren mineralogische und technische Eigenschaften sowie Herstellverfahren.

Die Richtung muss zu Beginn des Masterstudiums festgelegt werden.

 

3. Besondere Hinweise


Feldarbeiten im In- und Ausland stellen einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung dar. Die Geländekurse machen die Geologie greifbar und liefern wesentliches Rüstzeug für die eigene praktische Tätigkeit. Die Feldarbeiten erstrecken sich für die Masterarbeit auch über die Sommermonate Juli-August-September.

 

4. Doktorat


Für das Doktorat sind in der Regel zusätzliche sechs bis acht Semester Studium nötig. Dieses Studium besteht aber hautpsächlich aus Forschungsarbeit. Zum Abschluss wird eine Dissertation eingereicht, welche im Normalfall aus mehreren Publikationen, bzw. Manuskripten besteht.

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